1. Mai Randale in Patras -Fehlanzeige-

1.Mai 2012
Wir sind nun in Patras .
24 Stunden sind wir nun auf dem Schiff gewesen. Gespannt schauen wir auf den Hafen von Patras der ja schon eine traurige Berühmtheit darstellt.IMG_0374
Patras bedeutet der Übergang zu dem besseren Europa sprich Deutschland, die Beneluxstaaten, aber auch England und Skandinavien. Dort wo die Migranten die aus den südlichen Ländern von Europa zumeist versuchen wollen ihr Glück zu finden. Aber auch viele Schwarzafrikaner, Pakistanis, Afghanen, und Menschen aus Bangladesch stranden hier in Patras. Versuchen dann auf ein Schiff das Richtung Italien fährt zu gelangen.<"http://www.spiegel.de/video/fluchtziel-europa-1-rennen-einfach-nur-rennen-video-1013905.html"Richtung Italien, egal wie Doch nur den wenigsten gelingt es und so leben sie gezwungenermaßen in leerstehenden Lagerhallen und versuchen zu überleben. Der griechische Staat ist mit dieser Völkerwanderung restlos überfordert und schaut tatenlos zu wie jetzt vermehrt die rechten Kräfte Stimmung gegen die Migranten macht.Die Jagd beginnt
Gewaltsame Übergriffe werden immer zahlreicher und jetzt in der momentanen Situation der europäischen Krise müssen die ärmsten der Armen als Sündenbock herhalten.
Doch entgegen unsere Befürchtung präsentiert sich der Hafen als Ruhepunkt. Es ist Mittagszeit und die Hitze für Anfang Mai ungewöhnlich groß, lässt das Leben hier erstarren. Wir gehen durch den von Stacheldraht und Überwachung gesicherten Teil des Hafens und rufen unsere Kontaktadresse in Patras an.
Man beschreibt uns den Weg ins Stadtinnere und finden den zentralen Platz. Einige griechische Sympathisanten haben sich dort eingefunden denen man aber die Enttäuschung aufgrund unserer geringen Teilnehmerzahl anmerkt.IMG_0382 Wir wissen allerdings das noch zwei Leute aus Thessaloniki mit dem Motorrad heute kommen wollen und eine griechische Filmemacherin hatte sich angesagt um uns auf den ersten Teil unseres Marsches zu begleiten. Auf dem Zentralen Platz „tobt“ der griechische Wahlkampf.Aber es kein Sturm sondern eher ein warmer Wind!IMG_0376 Wir werden von den Parteimitgliedern bestaunt als sie erfahren das wir einen Solidaritätsmarsch nach Athen machen wollen.
Insbesondere die antikapitalistische Linke zeigt großes Interesse. Eine Sympathisantin lädt uns ganz spontan ein, bei ihr zu übernachten. Zwar hatten wir vorgehabt im Zentrum der Stadt mit unseren Zelten zu übernachten, doch davon wurde uns abgeraten. Zu gefährlich hieß es, die Situation hätte sich in den letzten Wochen sehr verschärft. Die gegensätzlichsten politischen Kräfte gingen gegeneinander vor. Dazu der ausufernde Drogenhandel und die immer mehr und mehr aufgerüstete Polizei sollten uns davon abhalten. So nahmen wir das Angebot dankend an. Es war die erste Begebenheit die griechische Solidarität mit unserem Vorhaben kennenzulernen.Unser transparent am syntagmaplatz heute gerade au Erstaunlich, wie sehr in Griechenland differenziert wird,d zwischen den deutschen und den merkeldeutschen. Aber ich meine, dass den Griechen das nationalstaatliche denken sowieso etwas absurd vorkommt. Mittlerweile sind auch unsere beiden Motorradfahrer aus Thessaloniki angekommen. Eine Deutsche und ein Grieche die sich auf dem Marsch von Aachen nach Brüssel kennengelernt haben und nun beide zusammen in der Nähe von Thessaloniki wohnen.
Die beiden wollen uns quasie als Unterstützung bis nach Athen mit ihrem Motorrad begleiten um bei etwaigen Übergriffen von Rechten präsent zu sein. Denn davor hatte man uns eindringlich gewarnt und es wurde eine wirklich schlimmes Szenario aufgebaut, dass letztendlich auch dazu führte das wir jetzt nicht mehr Leute sind, die Richtung Athen gehen.
Wir sind in deren Augen verrückte Träumer und Spinner. Vor allen Dingen kamen diese Stimmen aus dem aufgeklärten deutschen Raum.
Doch wer sich von solchen Szenarien aufhalten lässt, hätte auch diesen Weg nach Athen nicht überstanden, davon bin ich heute überzeugt. Denn das was uns noch bevorsteht auf dem Weg nach Athen, war denn auch rückblickend hart, heiß und einfach anstrengend.F+++ƒe am Kanal von Korinth
Doch die Sympathie die wir unterwegs spürten war überwältigend und manchmal habe ich mich auch geschämt über soviel entgegengebrachte Zustimmung. Denn schließlich waren wir nur fünf verrückte aus Holland, Griechenland und Deutschland. So machten wir uns auf den Weg durchs heiße Griechenland.
Als mich eine alte Frau frage wohin wir gehen und ich sagte nach Athen schaute sie mich ungläubig an. Ich gab Ihr unser auf griechisch verfasste Flugblatt. Sie nahm es, las es, kam dann zurück und umarmte mich mit Tränen in den Augen!
Diese Begegnung werde ich nie vergessen!

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