Was hat ein trampender Hund mit der Krise und dem Stolz der Griechen zu tun?

Was hat ein trampender Hund mit der Krise und dem Stolz der Griechen zu tun?
Dieser trampende Hund lebte einst Naxos und einer der unzähligen Nachfahren dieses Hundes zeigt das Foto. Diesem Hund, wird glaubhaft nachgesagt das er am Straßenrand solange wartete bis ein Auto anhielt und ihn mitnahm.
Wilma, leider gibt es von ihr keine Fotos, wurde vor vielen Jahren von meinen Freunden im Spätsommer an einem der zu diesem Zeitpunkt schon verlassenen Touristenstränden vollkommen ausgemergelt aufgesammelt. Sie nahmen ihn mit in ihr Heimatdorf, daß etwa 17 km vom damaligen Fundort entfernt, in einer landwirtschaftlich genutzten Gegend liegt.
Wilma, so wurde sie nun genannt, erholte sich schnell und wurde zu einer treuen Seele, die niemals vergaß, daß sie vor dem Hungertod gerettet wurde. Doch ihr Freiheitswille war ungebrochen. Manchmal war Wilma tagelang verschwunden, tauchte dann aber immer wieder auf um dann nach einigen Monaten Welpen zu gebären.
Oft zog es Wilma aber auch hin und wieder an ihren ehemaligen Auffundort. Dann streunerte sie zumeist in der Touristensaison am Strand entlang um dann nach einiger Zeit in Richtung Heimat zu laufen. Die letzten 10 km, daß wußte Wilma, hatte die Straße keine Abzweigung mehr. Alle Autos die dort vorbeifuhren konnten also von Nutzen sein! So saß sie dann am Straßenrand und wartete solange bis ein Auto anhielt. Sie stieg ein, oder sprang auf die Pritsche und fuhr mit. Mit der Zeit wußten die meisten Menschen die in dieser Gegend wohnten, wer Wilma war und wohin sie gehörte. Sie wurde, ähnlich wie der Demo-Hund in Athen zu einer lokalen Berühmtheit.
Doch was hat dieser Hund mit dem Stolz der Griechen zu tun?
Es war in diesem Jahr, dem Jahr 1. nach der Krise, oder in der Krise! Wir waren einer der wenigen Touristen und fuhren mit dem Leihauto von Halki nach Naxos. Mitten auf der Strecke, es war weder ein Dorf noch ein Haus zu sehen, stand diese alte Frau mit einer zugeschnürter Plastiktüte am Straßenrand. Sie hielt weder den Daumen in den Wind, noch machte andere Zeichen um auf sich aufmerksam zu machen. Sie stand dort einfach und wir fuhren vorbei. Vielmehr fast vorbei! Denn in einer 10telsekunde erinnerte ich mich daran, daß es Brauch ist, wenn einer bepackt am Straßenrand steht, anzuhalten und denjenigen mitzunehmen.
Wir hielten in einer Entfernung von 20 m hinter dieser Frau an. Sie machte zuerst keine Anzeichen zu uns zu kommen, darum legte ich den Rückwärtsgang ein und setzte einige Meter zurück. Ein ungläubiges Staunen machte sich auf ihrem Gesicht breit! Ich öffnete die rückwärtige Türe, sie fragte „ti Hora“ (zur Stadt)? Ne (ja) „antwortete ich!“ Sie stieg ein und wir fuhren weiter in Serpentinen hinunter zur Stadt. Sie saß auf seinem Sitz und sagte kein Wort! Sie kramte einige Zeit in ihrer Tüte herum und gab dann meiner Frau mit einem breiten Grinsen zwei Landgurken.
Diese Geste war so einfach und zeitlos, es war ein Geben und Nehmen! Es gibt keine Krise! Sie hatte nicht darum gebettelt mitgenommen zu werden, sie stand dort einfach und wir kamen einfach vorbei. Zum richtigen Zeitpunkt……

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