Der Widerstand wird auf der Halbinsel Chalkidi imm größer…….

Die umstrittene Ausweitung der Goldförderung auf der Halbinsel Chalkidiki in Griechenland führt zu Spaltung und Gewalt zwischen Befürwortern und Gegnern des Projekts.

Chalkidiki befindet sich in Aufruhr, wobei anlässlich der Arbeiten zur Förderung von Gold im Gebiet bei Skouries, innerhalb des Urwaldes der Region, die Bürger vieler Ansiedlungen heftig Widerstand leisten und zu kontinuierlichen Aktionen schreiten. Wie sie betonen, ist ohne irgendeinen Nutzen für ihr Gebiet das einzige, was das Projekt herbeiführt, die irreversible Umweltzerstörung in ihrem Wald.

Konkret geht es um die Minen von Kassandra und konkret die Ausweitung der Arbeiten in der Lage Skouries, wo bereits ungefähr 180 Hektar Wald gerodet werden, damit das Gold abgebaut wird, welches sich hunderte Meter unter dem Boden befindet.

Die in Rede stehenden Goldminen von Kassandra wurden viele Male von Gesellschaft zu Gesellschaft übertragen (Goldminen Kassandras, AEECHP & Dünger, TVX Hellas A.G., KINROSS Gold Corporation usw.). Eigentümer der Minen von Kassandra ist seit 2004 die Hellas Gold, deren Aktienkapital zu 95% von der kanadischen Eldorado Gold und zu 5% von der griechischen Ellaktor gehalten wird.

Kritiker monieren Verkauf der Goldminen zu einem Spottpreis

Nach dem Konkurs der TVX Hellas A.G. im Jahr 2002 kaufte die “European Goldfields” die Minen von Kassandra im Jahr 2004 für 11 Millionen von dem griechischen Staat, der parallel den neuen Käufer von den Altschulden befreite, während die Gesellschaft selbst danach von der “Eldorado Gold Corporation” aufgekauft wurde. Der Betrag für den Verkauf des Areals wird von den Kritikern des Projekts als “übertrieben niedrig” im Verhältnis zu dem sich auf Milliarden Euro belaufenden vielfachen Wert der Umsätze erachtet, welche aus der Nutzung des Gebiets erwartet werden.

Die Ausweitung der Arbeiten der Gesellschaft nach Skouries stellte auch den Auslöser für die Gegenreaktionen dar. Der Urwald ist in den letzten Monaten im wahren Sinn des Wortes in ein Schlachtfeld zwischen den Einwohnern und den Kräften der polizeilichen Sondereinheiten MAT verwandelt worden, die das Projekt bewachen. Die Beschwerden – darunter auch der SYRIZA-Abgeordneten Katerina Inglezi in Chalkidiki – über Polizeigewalt, Willkür und sogar auch den Einsatz von Plastikgeschossen, die verwendet wurden, um die Reaktionen der Anwohner und Aktivisten zu brechen, die sich gegen das Projekt stellen, sind zahlreich. Letztere betonen dazu, dass diese “barbarische” Haltung sie praktisch noch mehr reizt … .

Ungeheure Umweltschäden durch Ausbau der Goldminen bei Kassandra

Hauptgrund für die Proteste ist die “umweltliche Abwertung” der gesamten Region wegen des Minen-Projekts. Obwohl die Studie über die Umweltauswirkungen der Arbeiten in dem Gebiet von dem griechischen Umweltministerium genehmigt worden ist, haben die Aristoteles-Universität Thessaloniki und die Technische Kammer Zentralmakedoniens einen Bericht erstellt, in dem sie ihre starken Vorbehalte bezüglich der Umweltfolgen ausdrücken, welche die Bergbauarbeiten in der Region haben, während etliche die Versprechungen, aber auch die Effizienz der wie auch immer gearteten Wiederherstellung bezweifeln, welche die Minengesellschaft angekündigt hat.

Auf der Gegenseite zweifelt die “Hellas Gold” durch den Mund ihres Kommunikationsbeauftragten Kostas Georgatzis die Wissenschaftlichkeit der Einführung des Umweltgremiums der Aristoteles-Universität Thessaloniki an, beschuldigt es kleinpolitischer Zweckmäßigkeiten und versichert, dass alle gewinnen werden: Die mehr als 1.500 Arbeitnehmer, die in dem Projekt beschäftigt sein werden, der griechische Fiskus aus den Abgaben der Gesellschaft, an Löhnen und Mehrwertsteuer, die sich auf 30% des Geschäftsvolumens belaufen, sowie ebenfalls auch die lokale Gesellschaft mit den parallelen Aktivitäten, die sich mit dem Bergbau entwickeln werden.

Etliche sind auch die Einwohner der Region – hauptsächlich die Beschäftigten in den Minen -, die von einem “neuen Atem” in der lokalen Wirtschaft sprechen und vertreten, der Bergbau könne zusammen mit den übrigen Aktivitäten existieren.

Skandalgeruch und Kontroversen auch auf politischer Ebene

Das Thema um Skouries hat auch eine intensive politische Dimension erhalten, wobei der SYRIZA-Abgeordnete Tasos Kourakis mit der Erklärung beeindruckt, dass “wenn seine Partei an die Regierung kommen wird, die Minen geschlossen werden, weil sie die Region umweltlich belasten” und die Arbeitnehmer “Bienenzüchter werden” … .

Parallel haben die Protestaktionen die öffentliche Meinung beschäftigt, weil nicht wenige Male gewaltsame Zusammenstöße verzeichnet wurden, mit Hauptmerkmal den “Partisanenkrieg”, die Verletzungen von Demonstranten und Männer der MAT (= polizeiliche Spezialeinheiten zur “Widerherstellung der Ordnung”), die ihre Pflicht mit übertriebenem Eifer ausüben. Zahlreich sind ebenfalls die Fälle von Konfrontationen und sogar auch gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Einwohnern des Gemeindeverbands Aristoteles (die Gemeinde stützt das Projekt) in Zusammenhang mit der Fortsetzung oder nicht der Arbeiten, und viele sprechen von einer “Spaltung”.

Zougla.gr wendete sich etliche Male an Herrn Christos Pachtas **, der sich jedoch nicht zu dem Thema äußern wollte. Zur selben Stunde jedenfalls, wo die Gegner des Minen-Projekts Aktionen in ganz Griechenland und sogar auch Protesteingaben an die Kanadische Botschaft organisieren, gehen die Förderarbeiten unter drakonischen Sicherheitsmaßnahmen regulär weiter … .

** Der 1951 in dem Ort Arnea auf Chalkidiki geborene und mit der PASOK-Partei fünfmal zum Abgeordneten gewählte Politiker Christos Pachtas war während seiner Amtszeit 1996 – 2004 als Staatsekretär im Finanzministerium in den Skandal um den Verkauf der Goldminen bei Kassandra im Dezember 2003 verwickelt. Als er dann auch noch eine “photographische” Novelle zum Entwicklungsgesetz einbrachte, mit der geschützte Forstgebiete “entcharakterisiert” und dem Hotelkomplex Porto Karras die Errichtung touristischer Anlagen in einem naheliegenden Waldgebiet gestattet wurde, trat er Ende Januar 2004 wegen des neuen Skandals von dem Posten des Staatssekretärs zurück.

(Quelle: zougla.gr)

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