6. Mai auf dem Weg nach Korinth

Sonntag, der 6. Mai 2012

Heute sind in Griechenland Wahlen! Wir gehen noch durch pralle Sonne bei  31 Grad Richtung Korinth. Bis dorthin werden es wohl noch 40 km sein. Die Füße schmerzen, daß Gepäck drückt und manchmal stellt man sich die Frage wofür. Doch dann entschädigen einen die Begegnungen mit der in Griechenland lebenden Bevölkerung. Eine Frau, die ein Restaurant betreibt, schildert ihre Verzweiflung darüber, daß immer neue Abgaben und Steuern erhoben werden.  Gleichzeitig bleiben die Besuchern  aus, weil keiner mehr Geld hat für  einen  Restaurantbesuch. Sie würde, so diese Frau,  am liebsten ein Gewehr nehmen und die verantwortlichen Politiker erschießen wollen.

Eine bedrückende Stimmung einerseit und der strahelnd blaue Himmel und das ebenso blaue Meer stehen wie zwei ungleiche Geschwister sich gegenüber. Hier am Golf von Krinth sieht man den Stillstand förmlich an jeder Straßenecke. Die Eisenbahnliinie die ehemals von Patras nach Korinth ging ist stillgelegt. Angeblich soll diese Strecke ausgebaut und wieder in Betrieb gehen. Wir sind einige Kilometer (schätzungsweise 20km) über diese Strecke gegangen. Ab und an stehen Waggons und Loks auf der Schienenstraße herum; vergammeln und verrosten! Vielerorts wurden die Signalanlagen und Kupferleitungen entfernt und zu Geld gemacht. Dann plötzlich, wie aus dem Nichts taucht ein neuer Tunnel auf, mit einer Größe das man  meinen könnte, ein ICE-Zug wird hier bald fahren werden. Wie wird Griechenland nach diesem Wahlsonntag sein? Wer soll eine Veränderung herbeiführen und vor allen Dingen, wer vermittelt einen Aufbruch?

Wir mit unserem Marsch können ein wenig Aufbruchsstimmung vermitteln! Sogar der Spruch „we are all Greeks“ ist hier bekannt. Das Internet hat damit uns einen Dienst erwiesen. Ich will nicht überheblich erscheinen, aber die Menschen hier genießen unsere Anwesenheit. Alleine schon durch unser Kommen scheint ein wenig Freude einzukehren. Dieses aufeinander zugehen können wir, genauso wie die Menschen hier gebrauchen. Nach einen langen Tag des Wanderns, dann wenn man vollkommen ausgelaugt und fertig ist, ruft man sich die Begebenheiten des Tages in Erinnerung. Dann macht man weiter, auch wenn man weiss, daß morgen wieder 34 km zu bewältigen sind!

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